Rückenschmerzen – was kann ich nur tun?

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Etwa 70 Prozent der Deutschen haben mindestens einmal im Jahr Rückenschmerzen – am häufigsten betrifft es die Lendenwirbelsäule

Rund 17,5 Milliarden Euro betrug der Volkswirtschaftliche Schaden 2010 aufgrund von chronischen Rückenschmerzen (Quelle: Statista). Dabei wird geschätzt, dass etwa 30 bis 70 Prozent der arbeitstätigen Bevölkerung aufgrund ihrer Arbeitsbelastung an Rückenschmerzen leiden. Bei den meisten Frührenten, nämlich mit einem Anteil von 18 Prozent, sind Wirbelsäulenbeschwerden direkt oder indirekt der Grund für die Berentung. Wonach unterscheidet man aber die verschiedenen Arten von Rückenschmerzen? Wie kann man die Ursachen für einen chronischen Rückenschmerz verhindern?

Eine wesentliche Grundlage für die Definition von Rückenschmerzen ist die Dauer der Schmerzen, sowie die Häufigkeit des Auftretens. Natürlich wird die Dauer und Häufigkeit den Betroffenen dabei beeinflussen, ob und wann er zum Arzt geht. Maßgeblich für eine Behandlung ist zunächst die Form der Rückenschmerzen. Handelt es sich um organische oder spezifische Rückenschmerzen, die aufgrund einer Verletzung oder Verformung der Wirbelsäule auftreten, oder tritt ein funktioneller oder unspezifischer Schmerz auf. Hier liegt die Ursache häufig bei Verspannungen und Verhärtungen der Muskulatur, auch können Reizungen der Sehnen und Bender vorliegen. Wichtig ist auf jeden Fall, dass die Ursache der Rückenschmerzen einwandfrei von einem Arzt diagnostiziert wurde.

Schätzungsweise 90 Prozent aller Rückenleiden sind funktionelle oder unspezifische Rückenschmerzen. Oftmals treten die Schmerzen aufgrund der Arbeit auf. Stress im Alltag wirkt verkrampfend und kann somit Rückenschmerzen auslösen. Auch eine falsche Haltung beim Sitzen kann eine übermäßige Belastung für den Rücken sein, die Schmerzen hervorruft. Insbesondere Personen mit einer überwiegend sitzenden Tätigkeit sollten sich umso mehr um ausreichende Bewegung bemühen. Wer auf diese einfachen Punkte achtet, kann meist chronische Rückenschmerzen vermeiden oder zumindest die Beschwerden lindern.

Aber nicht nur der Arbeitsplatz ist eine mögliche Gefahr für den Rücken. Auch im Alltag sollte man unbedingt auf ein rückengerechtes Verhalten achten. Etwa beim Heben von schweren Lasten wie der Wasserkiste. Zusätzlich können gymnastische Übungen und Ausgleichssport sinnvoll sein. Bei der symptomatischen Therapie werden neben Schmerzmitteln auch Krankengymnastik, manuelle und Elektromassagen verordnet. Darüber hinaus sind Entspannungsübungen empfehlenswert. Auch Akupunktur-Sitzungen werden häufiger durchgeführt, wobei man in der Fachwelt über deren Wirksamkeit streitet.

Antibiotika gegen Rückenschmerzen?

Äußerst bemerkenswert in Bezug auf chronische Rückenschmerzen sind die Studien von dänischen Wissenschaftlern. In einer ersten Studie prüfte das Team um die Forscherin Hanne Albert (University of Southern Denmark, Middelfart) ob bei Patienten mit operiertem Bandscheibenvorfall Keime an der Bandscheibe zu finden seien. Bei knapp der Hälfte war das der Fall. Dann die entscheidende zweite Studie: Die Patienten bekamen über einen Zeitraum von 100 Tagen ein Antibiotikum. Nach einem Jahr hatte nur noch jeder fünfte dauerhaft Schmerzen. Vorher waren es drei von vier. Ungeklärt ist derzeit noch, wie die Bakterien in Bandscheibe und Wirbelkörper gelangen.

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