Selbstvertrauen – zu viel, zu wenig oder genau richtig

Um genau verstehen zu können, was mit Selbstvertrauen gemeint ist und warum zu viel oder zu wenig davon schlecht ist, muss man erst einmal den Wortnachbarn Selbstbewusstsein verstehen. Sich seiner selbst bewusst zu sein, also zu wissen, was man kann und was man nicht kann bzw. wer man ist – das ist der erste Schritt, bevor man ein gewisses Selbstvertrauen haben kann. Aus dem Bewusstsein erwächst nämlich Vertrauen. Wie kann man ein ‚gesundes‘ Maß an Selbstvertrauen entwickeln?

Selbstbewusstsein

Eigentlich bedeutet dieses Wort im absoluten Sinne die Person, die wir sehen wenn wir uns selbst anschauen. Wenn dieser ‚Blick‘ möglichst objektiv erfolgt, dann kann aus einem realistischen ‚Selbstblick‘ auch ein angemessenes Selbstvertrauen erwachsen. Sollte die Selbsteinschätzung jedoch eher subjektiv sein, dann kann unser Selbstvertrauen ernsthaft gestört werden.

Selbstvertrauen

Optimal ist, wenn man seinen eigenen Wert nicht durch das Verhalten oder Reaktionen anderer beeinflussen lässt. So kann man nämlich aus sich selbst heraus ein gewisses Maß an Sicherheit und Stabilität gewinnen. Ein angemessenes oder ausgeglichenes Selbstvertrauen bedeutet, sich selbst wertzuschätzen und das eigene Leben zu lieben.

Mangelndes Selbstvertrauen

Menschen mit einem zu geringen Selbstvertrauen geraten allzu leicht in eine gewisse ‚Opferrolle‘. Einige Studien belegen sogar, dass mangelndes Selbstvertrauen das Risiko für Depressionen und Angststörungen erhöht. Mögliche Folgen sind auch Essstörungen in Form von Magersucht oder Fettsucht, berufliche Misserfolge, Beziehungsprobleme und Alkoholmissbrauch bzw. Drogenmissbrauch.

Schuld sind häufig Misserfolge in der Vergangenheit. Allzu schnell dominiert die Angst und dem Betroffenen fehlt die Courage. Das bindet eine Menge Energie. Was bleibt ist die (falsche) Überzeugung: „Ich kann nichts“, „Ich bin nichts“, „Immer mache ich alles falsch“.

Bescheidenheit wird nicht gedankt

Eine Tatsache ist, dass man mit bescheidenen Menschen viel besser klar kommt, als mit Prahlern. Die Kehrseite heutzutage ist allerdings, dass einem bescheidenen Menschen nicht automatisch Gehör geschenkt wird. Dadurch könnte ebenfalls der Eindruck entstehen, „Ich bin unwichtig“ oder „Mir hört ja eh keiner zu“. Arroganz und Überheblichkeit hingegen führen heutzutage schnell zu dem Ergebnis, dass sich jemand einfach Gehör ‚verschafft‘.

Selbstbewusstsein darf also niemals mit Egoismus verwechselt werden. Denn Selbstbewusstsein setzt sich nicht auf Kosten anderer durch und will auch nicht durch ein dominantes Auftreten über andere triumphieren.

Ursachen

Psychologen sehen als entscheidenden Faktor, wie viel Wertschätzung und soziale Akzeptanz einem Menschen zuteilwurde. Zu einem gewissen Maß geben die Gene Tendenzen vor, wohin ein Mensch tendiert. Deutlich mehr Einfluss hat aber das Elternhaus, sowie Erlebnisse in der Grundschule, in der Pubertät und in den ersten Berufsjahren.

Gesundes Selbstbewusstsein – was ich selber dazu beitragen kann (weiterlesen)

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